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Houellebecq über die Bedeutung des Lebens

»Realitätsinn, Lustprinzip, Konkurrenzfähigkeit, permanente Herausforderung, Sex und soziale Stellung… all das ist nicht gerade geeignet, um in laute Hallelujas auszubrechen. […] Nur wenige andere Menschen waren wie er [Lovecraft] in diesem Grade von der absoluten Nichtigkeit jedes menschlichen Strebens geprägt und bis auf die Knochen durchdrungen. Die Welt ist nur ein flüchtiges Gefüge von Elementarteilchen. Ein Übergangszustand in Richtung Chaos, das letztendlich siegen wird. Die menschliche Rasse wird verschwinden. Andere Rassen werden auftauchen und ihrerseits wieder verschwinden. Die Himmel sind eisig und leer und werden vom schwachen Licht halbtoter Gestirne durchquert. Die auch verschwinden werden. Alles wird verschwinden. Und die menschlichen Handlungen sind genauso frei und sinnleer wie die freien Bewegungen der Elementarteilchen. Das Gute, das Böse, die Moral, die Gefühle? Bloße „vikorianische Fiktionen“. Nur der Egoismus existiert. Kalt, unerschütterlich und strahlend. […] Wohlgemerkt, das Leben hat keinen Sinn. Aber der Tod auch nicht.« (Michel Houellebecq – Gegen die Welt, gegen das Leben – Seite 30 bis 31)