Archiv für Mai 2013

Das Menschenrecht ist Legitimationstitel & diplomatische Waffe moderner Staatsgewalten

Der Funktion nach sind die Menschenrechte das Gottesgnadentum des 21. Jahrhunderts:

„Das Menschenrecht ist ein hohes, teures Gut. Das sieht man nicht zuletzt daran, dass seine Durchsetzung so manchen veritablen Krieg wert ist. Natürlich nur, wenn Armeen westlicher Staaten bzw. ihrer Bündnispartner irgendwo zuschlagen. Wenn andere Staaten Krieg führen oder führen lassen, dann ka nn der geschulte Blick hiesiger Beobachter in der Regel keinerlei Dienst an höheren Gütern entdecken. Das Naturrecht der Gattung Mensch bewährt sich also in dieser Hinsicht weniger als Verhinderung von größeren staatlichen Gewaltaktionen; es dient vielmehr als Scheidemarke zwischen rechtmäßiger und unrechtmäßiger, menschengemäßer und unmenschlicher staatlicher Gewaltanwendung. Und niemand macht sich etwas darüber vor, wie übel sich auch die Kriege, nach denen angeblich die Menschennatur ruft, für die Leute auswirken, die sie als zivile oder uniformierte Kriegsteilnehmer aushalten und nachher in den Trümmerlandschaften leben müssen. Das ist jedoch üblicherweise nicht Gegenstand der Einwände, die regelmäßig gegen die menschenrechtliche Rechtfertigung staatlicher Gewaltausübung laut werden. Bezweifelt wird vielmehr die Ehrlichkeit und Rechtmäßigkeit, mit der sich der eine oder andere politische Befehlshaber — nicht nur — für seine kriegerischen Unternehmungen auf das Menschenrecht beruft. Der Vorwurf des Missbrauchs des erhabenen Guts ertönt exakt so oft, wie es als Begründung gebraucht wird. Das lässt leider niemanden am Gehalt dieser abendländischen Errungenschaft zweifeln.“

(Quelle & MP3: http://doku.argudiss.de/?Kategorie=all#459 / Text: http://doku.argudiss.de/data/13_01/menschenrecht_l_0113_ank.pdf )

Lenin – Sein Werdegang, seine Wandlungen & zentrale Konzepte

„…dargestellt von einem Referenten der FAU Berlin. Aufnahme leider unvollständig.“ (Text & Quelle: http://libreihe.blogsport.de/ / MP3: http://archive.org/details/libreihe )

Trotz der Unvollständigkeit des Vortrages erhält man einen Eindruck von Lenin und hier gibt es noch einen Beiträg über Lenin:

Rabin Witt skizziert die theoretischen Denkfehler und Ressentiments von Wladimir Iljitsch Lenin. Der Vortrag, der in diesem kurzen Beitrag angesprochen wird, ist leider bislang nicht im Internet auffindbar. (Quelle & MP3: http://www.freie-radios.net/55693 )

Armut in Deutschland & was Regierung & Forschung daraus macht – Vortrag von Dr. Martin & Dr. Decker

„Verschwiegen wird nichts in der Demokratie. Wie es zugeht in diesem reichen Land, steht sauber aufgelistet im periodischen „Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung“. Da kann man lesen, dass wieder einmal die Reichen reicher und die Armen ärmer geworden sind. Wie viele Menschen für 8,50 Euro und wie viele für nur 6 Euro pro Stunde arbeiten und ihren Lohn für die volle Arbeitswoche vom Staat auf das Hartz-IV-Niveau aufstocken lassen müssen. Wie viele Kinder verwahrlosen, Heranwachsende ausrasten, Alte verkommen und so weiter. Die Kunst und die zynische Stärke der demokratischen Meinungsbildung besteht darin, dass sich diese Ordnung an empörenden Fakten gar nicht mehr blamieren kann, weil sie die Bürger und die von Armut Betroffenen mit hineinzieht in die „richtige“, konstruktive Weise, über den systemgemäßen Ausschluss viel er vom vorhandenen Reichtum nachzudenken.

Auf mehreren hundert Seiten, tatsächlich aber in wenigen Schritten schafft es der Armutsbericht der Regierung, den Berichtsgegenstand von einem Faktum in eine Frage der Definition zu verwandeln, die man so oder so vornehmen kann. Im nächsten Schritt wird Armut zum Armutsrisiko verniedlicht, zu einem Umstand also, bei dem es vor allem darauf ankommt, dass und wie gut ein Mensch damit umgehen kann. In einem dritten Schritt wird Armut zum Problem erklärt, ob und wie man aus ihr wieder herauskommt. Sie selbst ist damit abgehakt, kritikwürdig ist jetzt nur mehr ihre Verfestigung über die Generationen. Theoretisch gesehen ist jeder dieser Schritte ein Fehler, menschlich gesehen eine Schweinerei. Mit beidem befassen sich Vortrag und Diskussion.“

(Quelle & MP3: http://doku.argudiss.de/?Kategorie=all#436 // Text: http://doku.argudiss.de/data/12_12/armutsbericht_nbg_1212_ank.pdf )

Die Klassiker des Anarchismus: Kropotkin, Bakunin & Proudhon – Vorgestellt von Jansen & Neupert

„In der ersten „Besser-Leben!“-Sendung zum Thema beschäftigen sich Tammo Jansen und Alexander Neupert mit einigen Klassikern der anarchistischen Bewegung. Die Theorien von Pierre-Joseph Proudhon, Michail Bakunin und Pjotr Kropotkin werden vorgestellt und erläutert. Tammo Jansen und Alexander Neupert von der Osnabrücker „Initiative zur Förderung gesellschaftskritischer Inhalte“ versuchen sich dabei auch an einer Einschätzung des klassischen Anarchismus aus der Sicht kritischer Gesellschaftstheorie.“ (Text & Quelle: http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=11048 / Via & MP3: http://audioarchiv.blogsport.de/2009/04/29/einfuehrendes-zum-anarchismus/ )

Anmerkung: Die Sendung wurde mehrfach gekürzt, d.h. keine Musik, keine Ankündigungen und Werbetrailer.

Ausbeutung bei Amazon? Nein, ganz normale Lohnarbeit!

„Die kritische deutsche Öffentlichkeit hat jüngst — befeuert durch einen ARD-Fernsehbeitrag über die Verhältnisse in einem Logistikzentrum von Amazon — eine fürwahr erschreckende Entdeckung gemacht: Es gibt sie noch, Ausbeutung in Deutschland! Woran haben sie das bloß alle gemerkt? Mit dem Ausdruck der Empörung wird berichtet, dass in den Logistikzentren des Internethändlers extremer Zeitdruck und unmenschliche Arbeitsbedingungen herrschen.

Mit dem strikt durchorganisierten, computergesteuerten Arbeitsprozess in seinen weltweiten Versandzentren ist das Unternehmen zum unbestrittenen Sieger in der globalen Konkurrenz der Internetversandhändler geworden. Das konnte nur klappen, weil Amazon sich konsequent von jeglichen individuellen Fähigkeiten, allen besonderen menschlichen Eigenschaften seiner Beschäftigten unabhängig macht und genau so sicherstellt, dass diese die strikten Leistungsvorgaben erfüllen.

Dabei nutzt Amazon aus:

• die Not der Massen, die auf Arbeit angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.
• die gesetzlichen Freiheiten bzgl. Leiharbeit, Flexibilisierung der Arbeit, die ihnen Staat und Gewerkschaft gegeben haben. Der weltweit erfolgreichste Internetversandhändler tritt eben auch in Deutschland keineswegs das Soziale an der Marktwirtschaft mit Füßen. Er nutzt deren rechtliche Freiheiten für Unternehmen, um mit seinen fortschrittlichen Ausbeutungstechniken neue Produktivitätsmaßstäbe in der kapitalistischen Konkurrenz zu setzen. “

(Es handelt sich um 2 zusammengeschnittene Beiträge: Quelle bis 16:14 http://www.farberot.de/audio/details/334-Amazonskandal.html / Quelle ab 16:15 http://www.freie-radios.net/54223 / Weiterer Text zum Thema: http://www.gegenstandpunkt.de/radio/2013/ga130311.html )