Marx: Die Produktion schafft den Konsumenten

„Hunger ist Hunger, aber Hunger, der sich durch gekochtes, mit Gabeln und Messer gegeßnes Fleisch befriedigt, ist ein andrer Hunger als der rohes Fleisch mit Hilfe von Hand, Nagel und Zahn verschlingt. Nicht nur der Gegenstand der Konsumtion, sondern auch die Weise der Konsumtion wird daher durch die Produktion produziert, nicht nur objektiv, sondern auch subjektiv. Die Produktion schafft also den Konsumenten […] Die Produktion liefert dem Bedürfnis nicht nur ein Material, sondern sie liefert dem Material ein Bedürfnis. Wenn die Konsumtion aus ihrer ersten Naturroheit und Unmittelbarkeit heraustritt – und das Verweilen in derselben wäre selbst noch das Resultat einer in der Naturroheit steckenden Produktion – , so ist sie selbst als Trieb vermittelt durch den Gegenstand. Das Bedürfnis, das sie nach ihm fühlt, ist durch die Wahrnehmung derselben geschaffen. Der Kunstgegenstand […] schafft ein kunstsinniges und schönheitsgenußfähiges Publikum. Die Produktion produziert daher nicht nur einen Gegenstand für das Subjekt, sondern auch das Subjekt für den Gegenstand.“ ( Marx, Karl: Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Berlin. 2005. S. 27 )


1 Antwort auf „Marx: Die Produktion schafft den Konsumenten“


  1. 1 José 03. Dezember 2012 um 10:27 Uhr

    Ich glaube kaum, dass der Mensch vor 100 Jahren unbedint ein iPad hätte haben wollen, selbst wenn man ihm es aus der Zukunft geholt und geschenkt hätte.
    Manche Bedürfnisse werden uns aufoktroyiert, ohne, dass die meisten Menschen es merken.

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