Über die linken Intellektuellen

„Sie haben den Klassenkampf niemals im Interesse der Revolution kritisiert, den Marxismus nicht in der Perspektive des Materialismus und den Staat nicht zum Zwecke seiner Beseitigung und Abschaffung. Sie haben das proletarische Dogma vielmehr à la Deutschmann kritisiert und meistens nach der Methode Habermas oder Walser. Den linken Intellektuellen ging es nicht um Materialismus, Ideologiekritik, Kommunismus, sondern darum, auf Teufel komm raus – Intellektuelle zu bleiben. […] Schon als Ideologen der klassischen Arbeiterbewegung, die, gleich ob marxistisch-leninistisch oder undogmatisch-spontaneistisch, dem „Klassenkampf von unten“ revolutionäre Qualitäten anschmachteten, waren diese Intellektuellen die „nützlichen Idioten“ (Lenin) des Kapitals, wenn auch im Widerspruch gegen die Kapitalisten. Sie gaben die Intensivierung der Lohnkämpfe als Kindergarten des Sozialismus aus und steigerten so die kapitale Klassenkampffunktion ins Utopische. Sie erfanden die Theorie des „sozialistischen Geldes“, des „sozialistischen Staates“ und der „sozialistischen Arbeitspflicht“. Ihre Perspektive war das antikommunistische Programm der „Befreiung der Arbeit“ statt der Befreiung von der Arbeit. Unter Sozialismus haben sie nie mehr verstanden als Sozialpolitik plus Soziologie. Diese Linke ist bankrott, und sie hatte nie etwas Besseres als den Bankrott verdient.“ (Initiative Sozialistisches Forum: Gefrierpunkt des Bewußtseins, Rückforderung der Zukunft. Über die linken Intellektuellen.)